Home-Office: Benefit oder Selbstverständlichkeit?

 

 

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Home-Office: Benefit oder Selbstverständlichkeit?

Wo immer es möglich ist, werben Unternehmen heute mit flexiblen Arbeitszeiten und Home-Office in ihren Stellenanzeigen. Aber ist das noch ein echter Benefit, um sich im Kampf um die besten Mitarbeiter abzugrenzen oder schon längst eine Selbstverständlichkeit? Müssen wir flexible Arbeitszeiten und -orte nicht viel mehr genauso sehen wie die 40-Stunden-Woche – als absolute Minimalanforderung?  

Anmerkung

Es ist klar, dass es Berufe gibt, in denen Home-Office und flexible Arbeitszeiten nicht möglich sind. Hier stellt sich aber auch nicht die Frage danach, ob sich Unternehmen durch ein solches Angebot einen Wettbewerbsvorteil verschaffen können. Schließlich wird es seinen Konkurrenten genauso unmöglich sein, damit zu werben.  

Arbeitnehmer:innen wollen das Home-Office

Die Corona-Jahre haben es gezeigt: Home-Office funktioniert und ist bei vielen Arbeitnehmern:innen sehr beliebt. 70 Prozent von denen, die während Corona ins Home-Office geschickt wurden, empfanden dies als angenehm und wollen mindestens eine flexible Home-Office Lösung für ein oder zwei Tage die Woche beibehalten. 88 Prozent geben an, dass sie im Home-Office besser oder mindestens genauso gut arbeiten können wie im Büro. Das Bemerkenswerteste daran ist, umso normaler das Arbeiten von zu Hause wird und umso länger es dauert, desto positiver stehen die Arbeitnehmer:innen dem Ganzen entgegen. Wollten vor der Pandemie noch 70 Prozent nicht von zu Hause arbeiten, ist dieser Wert in den letzten eineinhalb Jahren kontinuierlich gesunken – inzwischen ist es nicht mal jede:r Fünfte. Im Gegenteil, das Home-Office wird hochgeschätzt: Jede:r Dritte wäre sogar bereit Geldeinbußen hinzunehmen, um weiterhin im Home-Office bleiben zu können und jede:r Fünfte überlegt zu kündigen, wenn er oder sie nach der Pandemie wieder Vollzeit ins Büro müsste. Wir haben uns daran gewöhnt, Ängste und Sorgen wurden nicht bestätigt oder durch technische Lösungen ausgeräumt und am wichtigsten, wir haben die neue Freiheit schätzen gelernt.  

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Vorteile des Home-Office für Recruiter

Nicht nur die Arbeitnehmer:innen verlangen immer mehr nach dem Home-Office, auch den Recruitern:innen bieten Modelle mit flexiblen Arbeitszeiten und –orten einen großen Vorteil: Sie erschließen ganz neue Zielgruppen an Bewerbern.  

Studien zeigen, dass die Deutschen in den letzten Jahren immer länger und weiter pendeln müssen. Das kostet Nerven und Lebenszeit und wirkt sich schließlich auf die psychische Gesundheit aus. Für Unternehmen bedeutet das höhere Fehlzeiten. Die naheliegende Lösung für die Arbeitnehmer:innen wäre den Job zu wechseln. Bewerber:innen suchen in der Regel in einem Radius von höchstens 30 Kilometern nach einem neuen Job. Durch Home-Office Modelle können Unternehmen diesen Radius deutlich vergrößern, denn wer den Weg nur dreimal und nicht fünfmal in der Woche auf sich nehmen muss, ist auch bereit längere Strecken zu fahren. Gerade für Unternehmen in ländlicheren Regionen ist dies ein wichtiger Vorteil, um genug Fachkräfte zu erreichen.  

Darüber hinaus geben flexible Arbeitszeiten und –orte neuen Bewerbern:innen die Chance, eine Stelle im Unternehmen anzunehmen. Nicht nur wer weite Fahrtstrecken zurücklegen müsste profitiert, sondern auch jeder andere, der aus irgendwelchen Gründen die Standardarbeitszeiten nicht einhalten kann, weil er sich um Kinder oder Eltern kümmern muss, zusätzlich ehrenamtlich arbeitet, Arzt-, Behörden- oder sonstige Termine wahrnehmen muss. 

Fazit

Wenn nur noch jede:r Fünfte dem Home-Office abgeneigt ist, können sich Unternehmen im Kampf um die besten Talente dann erlauben diese Möglichkeit nicht einzuräumen? Laufen Unternehmen dann nicht Gefahr, dass ihre offenen Stellen aus genau diesem Grund nicht besetzt werden können? Die Antwort auf diese Fragen ist klar: Ja! Home-Office ist in den letzten Jahren für uns zur Selbstverständlichkeit geworden und im Kampf um die besten Bewerber:innen lange kein Wettbewerbsvorteil mehr. Im Gegenteil gilt, wer das flexible Arbeiten verbietet, läuft Gefahr zu verlieren.  

Aber: Home-Office ist eben nicht gleichzusetzen mit der 40-Stunden-Woche. Dafür ist es zu neu, zu diskutiert, zu aktuell und zu eng mit der Pandemie verknüpft. Das führt zu Unsicherheit darüber, wie es weitergeht. Viele Unternehmen haben bis heute noch nicht klar kommuniziert, wie die langfristige Arbeitsplatz- und Zeitgestaltung aussehen wird. Wenn man nun auf Stellenanzeigen zurückkommt, müssen die Möglichkeit aufs Home-Office oder die flexiblen Arbeitszeiten durchaus beworben werden. Denn werden sie nicht erwähnt, sind sie für die Bewerber:innen auch nicht vorhanden und werden schnell zum Grund sich nicht zu bewerben.  

Home-Office ist damit beides: Eine Selbstverständlichkeit und dennoch ein Benefit, der aus Stellenanzeigen nicht wegzudenken ist.